{"id":8207,"date":"2019-07-01T15:35:16","date_gmt":"2019-07-01T13:35:16","guid":{"rendered":"https:\/\/muenchner-hof.de\/printing-history"},"modified":"2019-07-08T11:08:00","modified_gmt":"2019-07-08T09:08:00","slug":"printing-history","status":"publish","type":"portfolio","link":"https:\/\/muenchner-hof.de\/en\/printing-history","title":{"rendered":"Printing History"},"content":{"rendered":"<section class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_empty_space height=&#8221;&#8221; el_class=&#8221;vertspace&#8221;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2>Printing History<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Am Anfang war der Stein<\/h3>\n<p>Das Bild vom Stein ist die einfache Umschreibung eines um 1800 erstmals angewandten Druckverfahrens, das das gesamte Druckwesen revolutionierte. Der Erste, der die Lithographie \u2013 was im \u00dcbrigen nicht nur die Technik, sondern auch deren Ergebnisse bezeichnet \u2013 in Regensburg erfolgreich verwirklichte, war Franz Anton Niedermayr.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8221;1\/2&#8243;][vc_column_text]<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8048\" src=\"https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AltstadtQuartier_Lithowerkstatt_Niedermayr_Wachtplan_Stein_1803_Regensburg_v02_midRes.jpg\" alt=\"AltstadtQuartier Lithowerkstatt Niedermayr Wachtplan Stein 1803 Regensburg\" width=\"557\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AltstadtQuartier_Lithowerkstatt_Niedermayr_Wachtplan_Stein_1803_Regensburg_v02_midRes.jpg 652w, https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AltstadtQuartier_Lithowerkstatt_Niedermayr_Wachtplan_Stein_1803_Regensburg_v02_midRes-300x184.jpg 300w, https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AltstadtQuartier_Lithowerkstatt_Niedermayr_Wachtplan_Stein_1803_Regensburg_v02_midRes-558x342.jpg 558w\" sizes=\"(max-width: 557px) 100vw, 557px\" \/>[\/vc_column_text][vc_column_text el_class=&#8221;MHcaption&#8221;]Lithographiestein 1803<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8221;1\/2&#8243;][vc_column_text]<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8050\" src=\"https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AltstadtQuartier_Lithowerkstatt_Niedermayr_Wachtplan_Nachdruck_1803_Regensburg_v02_midRes.jpg\" alt=\"AltstadtQuartier Lithowerkstatt Niedermayr Wachtplan Nachdruck 1803 Regensburg\" width=\"400\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AltstadtQuartier_Lithowerkstatt_Niedermayr_Wachtplan_Nachdruck_1803_Regensburg_v02_midRes.jpg 600w, https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AltstadtQuartier_Lithowerkstatt_Niedermayr_Wachtplan_Nachdruck_1803_Regensburg_v02_midRes-300x257.jpg 300w, https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AltstadtQuartier_Lithowerkstatt_Niedermayr_Wachtplan_Nachdruck_1803_Regensburg_v02_midRes-558x477.jpg 558w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>\u200b[\/vc_column_text][vc_column_text el_class=&#8221;MHcaption&#8221;]Wachtplan von Regensburg, Nachdruck des Originals von 1803, 36 x 42 cm, Archiv der Graph. Kunstanstalt Fr. Ant. Niedermayr<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Der Grundriss der Stadt Regensburg wurde entworfen und gezeichnet von Johann Carl Joseph Weidner um 1780. Carl von Dalberg veranlasste 1803 die Herausgabe eines amtlichen Stadtplanes und bediente sich neben der Planvorlage Weidners auch gleich der neuen Technik. Dies ist ein Hinweis auf das Interesse Dalbergs an der Lithographie und ihrer Etablierung in Regensburg. Die spiegelverkehrte Umzeichnung auf den Stein besorgte Heinrich Albert David Elsperger.<\/p>\n<p>Den Druckauftrag erhielt der privilegierte Lithograph der Stadt, Franz Anton Niedermayr. Die Bl\u00e4tter wurden einzeln von Hand koloriert \u2013 zur Verdeutlichung der Wachteneinteilung.<\/p>\n<p>Was unterscheidet die Lithographie von den bisher \u00fcblichen Druckverfahren? Bis dato gab es prinzipiell zwei verschiedene M\u00f6glichkeiten des Druckes \u2013 den Hoch- und den Tiefdruck; beim Hochdruck wurden Teile aus der Oberfl\u00e4che des Druckstocks herausgeschnitten, die dann beim Druck keine Farbe annahmen und als wei\u00dfe Linien oder Fl\u00e4che zur\u00fcckblieben, w\u00e4hrend die hochstehenden Partien, mit Farbe behandelt, den Druck abgaben. Das Gegenteil geschah beim Tiefdruck: Metallplatten wurden graviert oder ge\u00e4tzt und eingef\u00e4rbt; dann wurde die Oberfl\u00e4che wieder gereinigt. Die Farbe haftete an den vertieften Stellen.<\/p>\n<p>Die neue Druckart ging von einer vollkommen ebenen Platte aus. Dies war die Geburtsstunde des Flachdrucks.<\/p>\n<p><strong>Lithos &#8211; graphein<\/strong> bedeutet auf Stein schreiben, zeichnen. Als Druckstock wurde ein Stein verwendet, der Druckvorgang beruht auf einer rein chemischen Behandlung der Oberfl\u00e4che. Besonders geeignet waren daf\u00fcr die bekannten Solnhofer Platten. Diese Steine sind feinporig und nehmen Fett und Wasser gut auf. Glattgeschliffen und mit Alaun ents\u00e4uert, bieten sie eine optimale Grundlage f\u00fcr die Steinzeichnung. Mit fetthaltiger Tusche \u2013 an dem Rezept f\u00fcr die Tinte hat Niedermayr ausgiebig experimentiert (Abb. S. 9) \u2013 oder mit Fett- kreide werden Texte, Musiknoten und Zeichnungen aufgetragen. Dabei entsteht in einem chemischen Prozess fettsaurer Kalk, der fettanziehend und wasser- absto\u00dfend wirkt. Nun werden die zeichnungsfreien Stellen der Platte mit verd\u00fcnnter Salpeters\u00e4ure und dem damals neu entdeckten Gummiarabikum wasseraufnahmef\u00e4hig und fettabsto\u00dfend gemacht. Beim Einf\u00e4rben schlie\u00dflich nimmt nur die Zeichnung die fette Druckfarbe an, die unbezeichneten Stellen sto\u00dfen die Farbe ab.<\/p>\n<p>Der Druck erfolgte anf\u00e4nglich mit h\u00f6lzernen Handpressen. Vorwiegend verwen- det wurde die Reiberpresse. Auf dieser wurde die Farbe strichf\u00f6rmig auf das Papier aufgerieben, indem man einen beweglichen Reiber mit Druck \u00fcber den Stein und das in den Papierhalterrahmen eingelegte Papier schob.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2>Eine neue technische Idee revolutionierte gegen Ende des 18. Jahrhunderts das Druckwesen: Die Lithographie.<\/h2>\n<p>Franz Anton Niedermayr z\u00e4hlt ohne Zweifel zu den Pionieren der neuen Technik. In k\u00fcrzester Zeit, weitgehend autodidaktisch und experimentierfreudig, konnte er der Lithographie bereits im Jahr 1801 gro\u00dfartige Ergebnisse abgewinnen. Die Entwicklung lag in der Luft \u2013 auch andernorts war man sich der prinzipiellen M\u00f6glichkeit des chemischen Drucks bewusst geworden; weit \u00fcber bayerische Grenzen hinaus wurde mit Fetttinte und Gummiarabikum experimentiert.<\/p>\n<p>Franz Anton Niedermayr hatte sich 1801 in der (noch) freien Reichsstadt Regensburg niedergelassen, au\u00dferhalb des Kurf\u00fcrstentums Bayern, denn hier war er der erste und vor allem der einzige Lithograph. Der junge Niedermayr hatte erkannt, dass Regensburg ein gutes Pflaster f\u00fcr sein neues Gesch\u00e4ft sein k\u00f6nnte, und hier die erste Steindruckerei begr\u00fcndet. Aus demselben Jahr stammt der fr\u00fcheste erhaltene Steindruck Niedermayrs.<\/p>\n<p>25 Jahre lang blieb er \u2013 mit einem Privileg ausgestattet \u2013 der einzige Lithograph in der Donaustadt, ehe ihm andere folgten. Erhalten haben sich aus der Anfangszeit des Unternehmens nicht nur zahlreiche Lithographien, sondern auch zwei Lithosteine, die in ihrer Art als einzigartig anzusehen sind. Franz Anton Niedermayr betrieb sein Gesch\u00e4ft \u00e4u\u00dferst erfolgreich, sorgte sich aber auch, ebenso erfolgreich, darum, das Unternehmen an die n\u00e4chsten Generationen weiterzugeben. Er war der Begr\u00fcnder eines Regensburger Familienunternehmens, das bis heute \u2013 in der sechsten Generation \u2013 weiterbesteht.<\/p>\n<p>Bereits im 19. Jahrhundert reichten die Auftr\u00e4ge in Regensburg f\u00fcr die Ambitionen des wachsenden Unternehmens nicht aus und Niedermayr suchte neue M\u00e4rkte. Zudem zwang die gr\u00f6\u00dfer werdende Konkurrenz die Druckerei Fr. Ant. Niedermayr dazu, ihren wirtschaftlichen R\u00fcckhalt mit Auftr\u00e4gen aus der n\u00e4heren und entfernteren Umgebung Regensburgs zu sichern. Eine Stadtansicht Hemaus wurde ebenso gedruckt wie d\u00e4nische Landschaften oder Leipziger Musikalien, oft in Zusammenarbeit mit hierzulande unbekannten K\u00fcnstlern.<\/p>\n<p>Weiterhin jedoch arbeitete die Druckerei in und f\u00fcr Regensburg. Die zahlreichen \u00fcberlieferten Druckerzeugnisse von Visitenkarten, Speisekarten, Etiketten, Plakaten, Einladungen \u00fcber B\u00fccher, Kataloge und Prospekte entf\u00fchren den Betrachter in zweihundert Jahre Geschichte von Regensburger Firmen, Gesch\u00e4ften, Restaurants, Verb\u00e4nden und Personen. Sie sind ein Spiegelbild Regensburger Lebens und Alltags, wie es bisher noch nicht gezeigt werden konnte.<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Druckerei unter Fritz Helmberger vor einem schweren, durch Kriegsverluste notwendig gewordenen Neuanfang. Technische Neuerungen wurden dabei, wie schon in den vier Generationen vorher, aufgenommen und umgesetzt. Neue, gr\u00f6\u00dfere Firmengeb\u00e4ude wurden errichtet und bezogen.<\/p>\n<p>Und heute, unter der Leitung von Johannes Helmberger, ist die Druckerei Fr. Ant. Niedermayr zu einer der gr\u00f6\u00dften Offsetdruckereien Deutschalands avanciert. In ihrem Firmensitz im S\u00fcdosten der Stadt Regensburg besch\u00e4ftigt die Druckerei \u00fcber 120 Mitarbeiter\/innen. Es werden t\u00e4glich 1.200 Tonnen Papier verarbeitet, eine Menge, die ausreicht, um die Altstadt von Regensburg jeden Tag \u00fcberdecken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nichts mehr erinnert heute an die alten Druckmaschinen. Lithosteine, wie sie der Firmengr\u00fcnder Franz Anton Niedermayr f\u00fcr seine ersten Musikalien ben\u00f6tigte, finden keine Verwendung mehr, die Technik hat sie l\u00e4ngst \u00fcberholt. Aber einer der ersten Steine aus der Zeit um 1803, der den Wachtenplan von Regensburg zeigt und mit dem Franz Anton Niedermayr sein Gesch\u00e4ft begann, k\u00f6nnen Sie heute in unserer Schauwerkstatt bewundern.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_empty_space height=&#8221;&#8221; el_class=&#8221;vertspace&#8221;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text] Printing History &nbsp; Am Anfang war der Stein Das Bild vom Stein ist die einfache Umschreibung eines um 1800 erstmals angewandten Druckverfahrens, das das gesamte Druckwesen revolutionierte. 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