{"id":8201,"date":"2019-07-01T15:32:02","date_gmt":"2019-07-01T13:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/muenchner-hof.de\/who-invented-it"},"modified":"2019-07-01T15:32:03","modified_gmt":"2019-07-01T13:32:03","slug":"who-invented-it","status":"publish","type":"portfolio","link":"https:\/\/muenchner-hof.de\/en\/who-invented-it","title":{"rendered":"Who invented it?"},"content":{"rendered":"<section class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_empty_space height=&#8221;&#8221; el_class=&#8221;vertspace&#8221;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2><span class=\"tlid-translation translation\" lang=\"en\"><span class=\"\" title=\"\">Who invented it?<\/span><\/span><\/h2>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2>Br\u00fcckstra\u00dfe 2 &#8211; 1801 bis 1803<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_8016\" aria-describedby=\"caption-attachment-8016\" style=\"width: 335px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8015\" src=\"https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/AltstadtQuartier_Lithowerkstatt_Niedermayr_Franz_Anton_Niedermayr_Gem\u00e4lde_v02-857x1024.jpg\" alt=\"AltstadtQuartier Lithowerkstatt Niedermayr Franz Anton Niedermayr Gem\u00e4lde\" width=\"335\" height=\"400\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8016\" class=\"wp-caption-text\">Franz Anton Niedermayr, um 1835, 72 x 58 cm, \u00d6l auf Leinwand, Privatbesitz<\/figcaption><\/figure>\n<p>In den Regensburger Quellen tritt Franz Anton Niedermayr am 17. 09. 1801 zum ersten Mal auf \u2013 ihm wurde, wie aus dem Ratsprotokoll hervorgeht, an diesem Tag die Aufenthalts- und Gewerbeerlaubnis f\u00fcr Regensburg verliehen. Dies ist der Anfangspunkt der fruchtbaren und engen Verbindung von der Druckerei und der Familie Franz Anton Niedermayr mit der Stadt Regensburg \u2013 einer Verbindung, die bis heute in der 6. Generation des traditionsreichen Familienunternehmens ungebrochen engagiert weiterbesteht.<\/p>\n<p>Franz Anton Niedermayr stammte urspr\u00fcnglich aus Straubing. Er wurde dort am 17. Oktober 1777 geboren und wuchs mit 12 Geschwistern in einer alteingesessenen Tuchmacherfamilie auf. Zun\u00e4chst absolvierte er das Gymnasium in Straubing, dann jedoch musste er sein 1799 in M\u00fcnchen am Lyzeum begonnenes Theologiestudium wegen der napoleonischen Kriegswirren und seiner angeschlagenen Gesundheit abbrechen.<\/p>\n<p>Er kehrte im Sommer 1800 nach Straubing zur\u00fcck und begann dort, mit dem Steindruck zu experimentieren. In M\u00fcnchen war er wohl zuvor unter den Fittichen der beiden um die Technik des Steindrucks bem\u00fchten Professoren Simon Schmid und Hermann Mitterer mit dem neuen, revolution\u00e4ren Druck- verfahren in Ber\u00fchrung gekommen.<\/p>\n<p>Seine Versuche erwiesen sich als \u00e4u\u00dferst produktiv und es gelang ihm schnell, die Technik des Steindrucks so weit zu entwickeln, dass er damit ins Gesch\u00e4ft gehen konnte. Erhalten haben sich Druckerzeugnisse ab dem Jahr 1801. Vor allem mit dem Drucken von Notenbl\u00e4ttern \u2013 Musikalien \u2013, f\u00fcr die sich durch die neue Technik eine bis dato unerreichte M\u00f6glichkeit der Vervielf\u00e4ltigung bot, schuf er sich bald einen Namen.<\/p>\n<p>Aus dem unerfreulichen Streit um das Privilegium des Steindruckens, der um Alois Senefelder, seine Br\u00fcder und andere an der neuen Technik Interessierte um die Jahrhundertwende zwischen M\u00fcnchen und Wien tobte, zog Franz Anton Niedermayr eine folgerichtige Konsequenz: bayerisches Privileg hin oder her \u2013 in Straubing und Wien wurde ihm das Steindrucken verboten, nicht aber in der (noch) freien Reichsstadt Regensburg, in der man nicht sonderlich bem\u00fcht war, sich bayerische Interessen zu eigen zu machen! Hier k\u00fcmmerte sich niemand darum, dass die Senefelder-Familie das Lithographieren f\u00fcr sich allein beanspruchen wollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_8020\" aria-describedby=\"caption-attachment-8020\" style=\"width: 294px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8019\" src=\"https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Lithowerkstatt_Regenensburg_Fr_Ant_Niedermayr_Amberger_Salzstadel_duplex_klein_v02.jpg\" alt=\"Lithowerkstatt Regensburg Fr Ant Niedermayr Amberger Salzstadel\" width=\"294\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Lithowerkstatt_Regenensburg_Fr_Ant_Niedermayr_Amberger_Salzstadel_duplex_klein_v02.jpg 668w, https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Lithowerkstatt_Regenensburg_Fr_Ant_Niedermayr_Amberger_Salzstadel_duplex_klein_v02-221x300.jpg 221w, https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Lithowerkstatt_Regenensburg_Fr_Ant_Niedermayr_Amberger_Salzstadel_duplex_klein_v02-558x758.jpg 558w, https:\/\/muenchner-hof.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Lithowerkstatt_Regenensburg_Fr_Ant_Niedermayr_Amberger_Salzstadel_duplex_klein_v02-655x890.jpg 655w\" sizes=\"(max-width: 294px) 100vw, 294px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8020\" class=\"wp-caption-text\">Ansicht Regensburg mit Steinerner Br\u00fccke<\/figcaption><\/figure>\n<p>Franz Anton Niedermayr ging also als Dreiundzwanzigj\u00e4hriger nach Regensburg, unterst\u00fctzt von seinem Vater und dem Regensburger Tuchmachermeister Johann Gottlieb Wirth, der an diesem 17. September 1801 vor dem Rat f\u00fcr den jungen Drucker b\u00fcrgte:<\/p>\n<p>Er erhielt die Erlaubnis, sich in Regensburg niederzulassen um <em>&#8230; sich mit Noten <\/em><em>und Schriftstechen auf Steine &#8230; seinen Unterhalt [zu] verschaffen &#8230;<\/em><\/p>\n<p>Im Regierungs- und Intelligenzblatt findet sich am 15.06.1803 eine Anzeige Franz Anton Niedermayrs, in der er eine Mitreisegelegenheit nach Paris sucht. Es hei\u00dft dort u. a.:<\/p>\n<p><em>&#8230; das N\u00e4here ist im Franz Anton Niedermayr&#8217;schen polytyp. B\u00fcro Nro. 1167. dem <\/em><em>goldenen Posthorn gegen\u00fcber zu erfragen &#8230;<\/em><\/p>\n<p>Nach der alten H\u00e4usernummerierung ist dies der Amberger Stadel. So erfahren wir aus dieser Anzeige zum ersten Mal, dass Franz Anton Niedermayr den Sitz seiner Werkstatt im Amberger Stadel, Br\u00fcckstr. 2, an der Steinernen Br\u00fccke hatte. Unb\u00fcrokratisch und schnell war ihm die Gewerbeerlaubnis verliehen worden, und dies angesichts der Skepsis von offizieller Seite, die sich in den regierenden Gremien herumzusprechen begann:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2>War die Lithographie eine gef\u00e4hrliche Kunst?<\/h2>\n<p>Mehr als einmal stellten sich die Beh\u00f6rden diese Frage. Stolz behaupteten n\u00e4mlich die Erfinder der neuen Technik, geradezu alles vervielf\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen \u2013 Bilder, Schriften, Noten und Banknoten! Lithographierte Geldscheine waren durchaus im Umlauf! Nicht einmal vor der kaiserlichen Unterschrift hatte man Skrupel \u2013 in Anwesenheit seiner Majest\u00e4t des K\u00f6nigs von D\u00e4nemark hatte man beim Wiener Kongress dessen Unterschrift ebenso geschwind als unverkennbar vom Manuskript auf Stein \u00fcbertragen und auch sogleich abgedruckt. Um eine Unterschrift auf Stein zu bringen, konnte man allerdings auf die Pr\u00e4senz des Unterzeichners auch gut verzichten! Schlimmstes wurde bef\u00fcrchtet: gef\u00e4lschte Urkunden, Genehmigungen, Erlasse und Dekrete \u2013 anarchistische Verh\u00e4ltnisse? Man reagierte mit strengen Bestimmungen:<\/p>\n<p>Steindruckereien wurden nur in gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten erlaubt und die Aus\u00fcbung des Berufes an ein offiziell verliehenes Privileg gebunden.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund dieser staatlichen Bef\u00fcrchtungen und restriktiven Bestimmungen an anderen Orten zeigt sich hier, dass der Rat der Stadt Regensburg dem jungen Lithographen und seiner neuen Kunst gegen\u00fcber sehr aufgeschlossen war. Keine gro\u00dfen b\u00fcrokratischen oder zensorischen H\u00fcrden wurden Franz Anton Niedermayr f\u00fcr die Aus\u00fcbung seines Handwerks in den Weg gestellt.<\/p>\n<p>Allerdings wachte die Stadt sorgf\u00e4ltig \u00fcber das Privilegium. Am 4. Juli 1804 \u2013 Regensburg war nun F\u00fcrstentum unter Carl von Dalberg und Franz Anton Niedermayr nach einj\u00e4hrigem Aufenthalt in Paris wieder in der Stadt \u2013 wurde die Konzession als Steindrucker ausdr\u00fccklich neu best\u00e4tigt. Dies war damit verbunden, dass Franz Anton Niedermayr am 20. Juli 1804 zum B\u00fcrger der Stadt Regensburg erhoben wurde.<\/p>\n<p>Bis 1826 blieb Franz Anton Niedermayr der einzige Lithograph in der Stadt. Erst dann erhielten andere ebenfalls die Genehmigung zur Errichtung einer lithographischen Anstalt.<\/p>\n<p>Immer wollte der Rat der Stadt \u00fcber die Ausbildung von Lehrlingen, den Personalstand, die Erweiterungen des Betriebs, den Ankauf neuer Maschinen, die Weiterentwicklung der Technik &#8230; informiert werden. 1833 erhielt<\/p>\n<p>Franz Anton Niedermayr z. B. ausdr\u00fccklich die Erlaubnis, eine neue, verbesserte Steindruckpresse anzuschaffen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_empty_space height=&#8221;&#8221; el_class=&#8221;vertspace&#8221;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text] Who invented it? [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text] Br\u00fcckstra\u00dfe 2 &#8211; 1801 bis 1803 &nbsp; In den Regensburger Quellen tritt Franz Anton Niedermayr am 17. 09. 1801 zum ersten Mal auf \u2013 ihm wurde, wie aus dem Ratsprotokoll hervorgeht, an diesem Tag die Aufenthalts- und Gewerbeerlaubnis f\u00fcr Regensburg verliehen. 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